Wie spiegelt sich die Anzahl der Schüsse im Spielergebnis wider?

Haben Sie überhaupt daran gedacht, welchen Einfluss die Anzahl der Torschüsse auf das Spielergebnis hat? Ist immer diejenige Mannschafft der Sieger, deren Spieler doppelt so viel Schüsse abgeben als die Gegner? Aus welchen Teilen des Spielfeldes werden die meisten Tore erzielt?

 

der Schüsse im Spielergebnis

Verschiedene Spielweisen – ein Zieltop

Bill Shankly hat mal gesagt, dass eine Fußballmannschaft wie ein Klavier ist. Man braucht 8 Leute, um es zu tragen und drei, die das Biest spielen können. Johan Cruyff hat dagegen gemeint, Fußball sei das einfachste aller Spiele und die ganze Schwierigkeit beruht darauf, es so einfach, wie möglich, zu spielen. Laut Diego Simeone ist das schöne Spielmodell überschätzt. Für den Argentinier liegt die Schönheit des Fußballs nicht darin, 35 Pässe zu wechseln, um eine Torchance zu gewinnen, sondern ein Tor nach drei Ballkontakten zu erzielen.

Warum reden wir davon? Jede Generation, jedes Land und jedes Fußballmilieu haben ihr eigenes Verstehen vom Fußball und bevorzugen das eigene Spielmodell.

Die Spanier, die Portugiesen, die Mannschaften aus Südamerika basieren seit Jahren auf perfekten technischen Fähigkeiten, die es ermöglichen sollten, dem Stürmer die günstigste Situation im Strafraum zu schaffen. Noch vor kurzem war in Großbritannien der Spruch  „kick and run” ein Kultbegriff und der Ball flog nach erneuten Zuspielen aus der Flanke ständig über den Köpfen der Spieler im Strafraum. Es gibt auch die Italiener und die Deutschen, die für ihr eisernes Defensivspielen und schnelles Übergehen zum Konter berühmt sind, die Holländer mit ihrem totalem Fußball und ständigem Positionswechsel, FC Barcelona und die endlosen Querpässe oder Atletico Madrid mit Doppeldeckung und auf eine Standardsituation wartend.

Alle diese so unterschiedlichen Spielweisen und Taktiken haben ein gemeinsames Ziel – mit dem Ball in die Nähe vom gegnerischen Tor zu gelangen und einen erfolgreichen Torschuss abzugeben.

 

Wichtig ist die Qualität der Schüsse und nicht deren Anzahltop

Die Mannschaften der englischen Premier League erzielen durchschnittlich 1,4 Tor pro Spiel. Um dies zu erreichen, geben sie durchschnittlich 15 Schüsse im Spiel (aufs Tor und Fehlschüsse, darunter auch abgeblockte Schüsse) ab. Es ist natürlich die Statistik und die besseren Mannschaften geben mehr Schüsse ab, nach denen sie auch mehr Tore erzielen. Aber - findet die Anzahl der Schüsse immer die Widerspiegelung in der Anzahl der Tore? Nicht unbedingt.

Es gibt nämlich Mannschaften, die erst dann auf das Tor schießen, wenn sie sich in direkter Nähe vom gegnerischen Tor befinden und die Chance auf Erfolg ist in diesem Fall richtig groß.
Die anderen Mannschaften bombardieren den Torhüter der Gegenmannschaft aus jeder Position und auf jede mögliche Art und Weise.

Die Taktik der Gegenmannschaft hat auch einen großen Einfluss auf die Anzahl und Qualität der Schüsse. Manche Mannschaften provozieren den Gegner mit ihrer Taktik dazu, auf das Tor aus einer großen Entfernung zu schießen, denn sie wissen auch, dass die Chance auf Erfolg in diesem Fall gering ist. In anderem Fall kann die Abwehr dem Gegner absichtlich aus der Flanke angreifen lassen, denn die Kopfbälle nach dem Zuspielen aus der Flanke sind zum verteidigen einfacher. Spiegelt sich also die Statistik der Schüsse nicht direkt in der Anzahl der Tore und Punkte wider?

 

Zone der direkten Torgefahrtop

Für Zwecke dieses Artikels können wir die Schüsse im Bezug darauf aufteilen, mit welchem Körperteil die abgegeben werden. (Fuß / Kopf – wir sprechen nicht von außergewöhnlichen Situationen, wie Tore, die mit Brustkorb oder Bauch erzielt werden – diese sind eine Seltenheit) und im Bezug auf die Entfernung (vertikal – Anzahl der Meter vom Tor und horizontal – die Entfernung des Balls zur seitlichen Linie gegenüber Mitte des Tors). Je näher am Tor und dem zentralen Teil des Strafraums, desto einfacher ist die Aufgabe des Stürmers, dies ist klar so.

Laut Statistikern endet ein Schuss mit Fuß aus einer 10-Meter-Entfernung in 24% der Fälle mit einem Tor und ein Kopfball aus der gleichen Stelle bedeutet 8 % Chancen auf das Tor. Es reicht jedoch, den Ball bis zum 16 Meter zu rücken und die Erfolgschancen sinken drastisch – 13% beim Fuß und 0,9% beim Kopf.

Die Schüsse mit dem Fuß aus 20 oder mehr Metern  sind erfolgreich nur in 3% der Versuche. Macht es also überhaupt Sinn, bei diesen Statistiken solch einen Versuch zu unternehmen?

Der Schuss muss nämlich kein Tor bringen, damit man diesen als gelungenen sieht. Die häufigen Torschüsse aus Entfernung verursachen, dass die Gegenmannschaft ihre Taktik korrigieren muss, näher an die Mittelfeldspieler kommen muss, was zum Chaos in der Abwehrformation führen kann. Hat die Mannschaft einen Stürmer, der perfekt mit dem Kopf spielt? Toll. Damit sich der Gegner gegen Zuspiele in den Strafraum verteidigen kann, muss er die seitlichen Teile des Spielfelds besser schützen und dies zu ungunsten vom zentralen Teil des Strafraums. Eine kluge Mannschaft kann dies nutzen.

 

203 Schüsse sicherten Real 2014 den Triumphtop

Wir veranschaulichen es anhand Champions League 2013 / 2014, wie die Spielweise die Effektivität der Schüsse beeinflusst. FC Porto traf damals auf Atletico Madrid, Zenit Sankt Petersburg und Austria Wien. Die Portugiesen erzielten nur 5 Punkte und mussten sich vom Champions League früher als geplant verabschieden. Wir sprechen jedoch nicht davon. In sechs Gruppenspielen haben die Porto Spieler nur 4 Tore erzielt und haben 108 Schüsse abgegeben, um dies zu erreichen. Dies bedeutet, dass nur 3,70% der Schüsse den Weg zum Tor gefunden haben. Interessant ist, dass keiner der 51 Schüsse vom außerhalb des Strafraumes ein Tor gebracht hat. In dieser Hinsicht war nur Juventus schlechter, der beim 55 Schüssen vom außerhalb des Strafraums kein Tor aus dieser Entfernung erzielt hat. Barcelona war nicht viel besser – von den 59 Versuchen hat nur einer das Tor gebracht (1,69%). Die Spieler des späteren Siegers von Champions League – Real Madrid haben auf diese Art und Weise 5 Tore gemacht. Um jedoch dies zu schaffen, haben sie 77 Versuche gebraucht (6,49%). Die meisten Schüsse in jener Saison haben die Bayern München Spieler abgegeben – 239 Versuche haben 24 Tore (10,4%) und das Halbfinale gebracht.  Die Real Madrid Spieler haben insgesamt 203 Schüsse abgegeben und 38 Tore erzielt (18,72%). Der König in dieser Statistik war damals Paris Saint-Germain – die Spieler dieser Mannschaft haben nur 118 in Richtung gegnerische Tor geschossen und dabei 24 Tore erzielt, was ein tolles Ergebnis von 20,34% Effektivität gegeben hat.

Es gibt auch eine andere interessante Statistik, die die Pariser aus jener Saison betrifft. Diese konnten nämlich perfekt die physische Kraft und Cleverness von Zlatan im Torraum nutzen – sie haben aus diesem Raum 7 mal geschossen und alle endeten mit einem Tor.  Ganz im Gegenteil war es im Falle von Bayern – 1 Tor in 9 Versuchen (11,11%) und Juventus – 1 Treffer in 12 Versuchen (8,33%). Komisch, wie kann man sich in 11 von 12 Versuchen aus dem fünften Meter irren?

 

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